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Letzter Teil Mitte August 1996, in 11 Tagen von Elmpt über Lübeck nach Pötenitz an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern Die holsteinische Schweiz gibt ihrem Namen alle Ehre. Vor allem dann, wenn die Waderln am Morgen noch nicht fit sind...... aber die Aussicht, Weitsicht und Übersicht über Felder, Wiesen und malerische Dörfer erfreuen Herz und Seele. Kilometer um Kilometer kamen meine Maquila und der Maquilo in Tritt. Sie waren an diesem Morgen erst ziemlich spät aus Lüneburg hinausgefahren. ( Einige Hotelbetten fördern mit ihrer Bequemlichkeit nicht unbedingt den Drang nach Bewegung schon am frühen Morgen. Da heißt es dann eher: der frühe Vogel kann mich mal ) An diesem sonnigen Tag ging es nach Lauenburg und weiter bis zum Lüttauer See mit einem sehr schönen, in großzügigen Terrassen angelegten Campingplatz. Da sich die Saison schon dem Ende näherte war es herrlich ruhig und der Blick über den See „unverbaut“. Nur wenige Zelte standen noch auf diesem Platz. Mit einem wunderbaren Sonnenuntergang verabschiedete sich dieser Tag. Der nächste Morgen: Heute würden wir die letzte Etappe dieser Radreise radeln. Mit Freude und Spannung ging die Fahrt am zeitigen Morgen los. Meine Maquila drückte mich und ich quietschte vor Begeisterung ! Aber auch ein wenig Wehmut hatte sich zu mir mit auf die Lenkerstange gesetzt. –Seufzer-. Vom Lüttauer See ging´s nach Mölln, Ratzeburg und nach Lübeck hinein. Am Ortseingangsschild ließ sich meine Maquila fotografieren. Und der Maquilo posierte vor dem Holstentor. Bei einem Kaffee wurde der Tag der Rückreise festgelegt und im Bahnhof die Reservierung für uns und die Fahrräder vorgenommen. Danach entschieden meine Maquila und der Maquilo, dass wir die letzten Ferientage am Strand der Ostsee verbringen wollten. Wir umrundeten unfreiwillig Lübeck auf der Umgehungsstrasse, weil wir den Radweg Richtung Travemünde und weiter zum Priwall nicht fanden.... Wenige Kilometer hinter dem Priwall liegt der kleine Ort Pötenitz. Dort konnten wir ein kleines gemütliches Holzhaus in einem großem Garten mieten und bis zum herrlichen Naturstrand war es nur ein Katzensprung. Ein wunderbar passender Abschluss unserer schönen Radreise. Wir hatten die Erwartungen an das Wetter tief gehalten und erlebten in den elf Tagen auf dem Rad erfreulicherweise nur zwei Minischauer. Es lohnte sich kaum die Regenjacken anzuziehen. Gewitter zogen in gebührender Entfernung an uns vorüber. Die Wind kam uns während der ganzen Reise mit mehr oder weniger Stärke entgegen und so nutzen meine Maquila und der Maquilo ihn gelegentlich als geeignete Maßnahme gegen Schweiß. Statt tief über den Lenker gebeugt wurde dann sehr aufrecht geradelt. Bei den Radpannen stand es 2:1 für den Maquilo. Gegen die vereinzelten Tiefpunkte im Fitness-Bereich halfen morgens das Sportler-Start-Öl und abends der Franzbranntwein, selbstverständlich nur äußerlich !!! Unterwegs erlebten wir auf beschauliche Weise und in unserem Tempo die Veränderung der Landschaft, der Bauweise von Häusern und Hofanlagen, des Dialektes und der Speisekarte. Wir befuhren Teile Nordrhein Westfalens, Niedersachsens, Schleswig Holsteins und einige Kilometer den Nordwesten Mecklenburgs. Wir überquerten das Wiehengebirge, den Rhein, Aa-Fluss, die Ems, den Dortmund-Ems-Kanal, den Mittellandkanal, die Weser, die Leine, die Aller, den Elbe-Seitenkanal (den haben wir auf der Suche nach einem Nachtlager sogar vier Mal überquert...), den Elbe-Lübeck-Kanal und viele schmale Flüsschen und Bäche. Wir erfuhren unterwegs, dass es Maissorten mit den Namen: Akrobat, Attribut, Anjon-207, Chantal, Magister, Electra und Prestige gibt und haben das Feld gesehen, auf dem die Kartoffeln für die Balsam-Kartoffelchips wachsen. Wir durchfuhren Wegstrecken, die sich für die Stossdämpferprüfung diverser Autos vorzüglich geeignet hätten. Und zu den immer wieder gerne genommenen Teststrecken gehörte selbstverständlich das Kopfsteinpflaster in den wunderschönen historischen Dörfern und Städtchen. Das Ganzkörpergefühl inklusive der Sehbeeinträchtigung ist unübertrefflich. Schieben ist dann angesagt. Dazu eine Anmerkung von mir: Meine Maquila und der Maquilo fahren inzwischen Fahrräder mit Big-Apple-Reifen und lächeln über Kopfsteinpflaster. Bei der Radreise Berlin-Usedom und zurück befuhren wir u.a. eine wunderschöne kilometerlange Allee mit Kopfsteinpflaster Richtung Greifswald..... Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
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